Zum Gebiet des Maestrazgo zählen momentan 55 Städte und Dörfer der Provinzen Castellón und Teruel, deren Industrie hauptsächlich auf Landwirtschaft und Viehzucht basiert. Die Ortschaften sind klein und ihre Umgebung trocken und steinig, mit beachtlichen Höhenunterschieden, Gebirgen, Schluchten, Flüssen und Flachland.
Die Eichen- und Kiefernwälder gehen in Getreidefelder über, die man nur in den landwirtschaftlich genutzten Gegenden findet, in denen die maschinelle Bearbeitung möglich ist. Hier wurden jene traditionellen Terrassenfelder aufgegeben, welche gemeinsam mit den Schäferhütten die typische Landschaftsarchitektur des Maestrazgo bilden. Diese trockenere Landschaft geht in Täler über, in denen die klimatischen Bedingungen und die Wasserquellen den Anbau von Wein, Mandeln, Oliven und kleinen Gemüsegärten ermöglichen. An den Ufern wachsen Pappeln, Ulmen und andere Pflanzen, die das frische Flusswasser als Nahrungsquelle nutzen.
Das Maestrazgo Gebiet ist Lebensraum seltener mediterraner Arten und wir finden z.B. hier den südlichsten Buchenwald Europas (in dem Gebiet um Tinença de Benifassà), oder auch Schwarz- und Seestrandkiefern.
Diese Arten sind aufgrund des sie umgebenden Mikroklimas, welches von Windströmungen und Gebirgshöhen beeinflusst wird, besonders interessant für den Naturliebhaber.
Diese Wälder und Ebenen bringen außerdem eine Vielzahl an Gewürzen (Thymian, Rosmarin, Lavendel, Minze, Diptam, usw.) und Heilkräuter (Poleiminze, Jasonia Glutinosa, Kamille, Bohnenkraut usw.) hervor, sowie Pilze und Trüffel, die dann die landesüblichen Speisen garnieren oder zur Herstellung verschiedener Liköre verwendet werden.
Die Tierwelt dieser Gegend ist keineswegs von geringerer Vielfalt als die Landschaft. Geschützte Arten wie der im Naturschutzgebiet „Puertos de Beceite“ anzutreffende Steinbock, wie Widder, Wildkatze, Otter, Marder, Fuchs, Ginsterkatze, Habicht, Adler, Sperber, Zwergohreule, Eule, Aasgeier, usw. existieren neben anderen Arten wie Rebhuhn, Wachtel, Hase, Kaninchen, Wildschwein, Forelle, Wels usw. und können in unseren Jagdgebieten gejagt oder geangelt werden.
Der Mensch selbst ist seit Vorzeiten in dieser Gegend ansässig, wie die zum Zeitpunkt ältesten archäologischen Funde Aragons in Molinos (Teruel) beweisen. Sie werden auf die letzte Phase des Oberen Pleistozäns von vor 25.000 Jahren datiert. Von etwas jüngerer Herkunft sind die von frühen Siedlern hinterlassenen Höhlenmalereien, die eines der bedeutendsten Vorkommen in ganz Spanien bilden und von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärt wurden (Schlucht von Valltorta in der Gegend von Albocàsser und Tírig, Gasulla Schlucht in Ares del Maestre, Höhle von Rossegadors in La Pobla de Benifassà, Calapatà Schlucht in Cretas, Val del Charco del Agua Amarga Höhle in Alcañiz, Höhlen von Ladruñán und Morella la Vella in Morella, usw.). Später wurde das Land von Iberern besiedelt, die interessante Ortschaften, wie z.B. die Siedlung San Antonio in Calaceite hinterließen. Nach ihnen beherrschten und beeinflussten Römer und Araber dieses Gebiet und seine Kultur.
Erst nach der Wiedereroberung (Reconquista) im Mittelalter bildete der Maestrazgo seine eigene Identität heraus. Der Hauptteil des Maestrazgo Gebietes unterlag der Gesetzgebung der Militärorden, die es erobert hatten (Calatrava Orden, Orden der Kreuzritter, usw.). Der Landbesitz der Kreuzritter wurde nach deren Auflösung im 14. Jahrhundert in die Hände der Militärorden von San Juan in Teruel und Montesa in Castellón übergeben. Später im 19. Jahrhundert während der Karlistenkriege gründete General Ramón Cabrera, auch als “Tiger des Maestrazgo” bekannt, die Generalkommandantur des Maestrazgo. Diese nahm Ländereien ein, die wie z.B. die “Els Ports” Gegend in Castellón und die Ortschaften des Niederen Aragon, nicht zu dem einst von den Militärorden beherrschten Gebiet des Maestrazgo gehörten. Hier liegt auch die Ursache für die fälschliche Bezeichnung “Maestrazgo” im Valenzianischen.
Die historische Vergangenheit spiegelt sich in einer Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und Kunstobjekten wider, die von den Besuchern unserer Gegend bewundert werden können. Seit dem Mittelalter entwickelt sich unser reiches Kulturerbe und aus dieser Zeit stammen vor allem die vielen Festungen und gotische Bauwerke bürgerlicher und religiöser Architektur. Die Renaissancezeit hinterließ eine Vielzahl an Herrenhäusern und Palästen, die den wirtschaftlichen Aufschwung aufgrund des Wollehandels in dieser Gegend widerspiegeln. Während in der Renaissance vor allem der Bürgerarchitektur Bedeutung zugemessen wurde, nimmt in der Barockzeit im 17. und 18. Jahrhundert die Wichtigkeit religiöser Architektur zu und sowohl Kirchen als auch Klöster werden neu gebaut oder rekonstruiert.
Seit dem 19. Jahrhundert werden keine weiteren herausragenden Bauwerke geschaffen, die den Charakter des Maestrazgo grundsätzlich verändern. Nach einer Restaurierungsperiode zeigt sich das Kulturerbe heute in all seiner Pracht. Dieses reiche Kulturerbe ist eng mit dem ruhigen und freundlichen Charakter der hier lebenden Menschen verbunden, die über einen langen Zeitraum hinweg eine Reihe an Traditionen geschaffen und diese bis heute erhalten haben: Pilgerfahrten, Wallfahrten, Tiermärkte, Volksfeste usw. bewahren ihre ursprüngliche Bedeutung und sind fest im Kulturgut verankert.
In den vergangenen Jahrzehnten von einer heftigen Auswanderungswelle beeinflusst, sehen die Menschen ihrer Zukunft heute mit mehr Optimismus entgegen und es wurden Initiativen gegründet, um die einstigen ökonomischen Schwierigkeiten zu überwinden. Eines der wichtigsten Antriebsräder für eine erfolgreiche Zukunft ist der Tourismus und durch eine Verbesserung der Infrastruktur hofft man, den Besuchern ihren Aufenthalt angenehmer zu gestalten. Alte Gasthäuser und Pensionen wurden restauriert und neue Hotels, Campingplätze, Ferienwohnungen und Restaurants erbaut. Tourismusanbieter, welche Bergführer, Reitausflüge, Kanufahrten, Hanggleiten, Bergsteigen, usw. organisieren, erleichtern das Verständnis von Natur und Sehenswürdigkeiten, auf die die Einwohner des Maestrazgo so stolz sind.

 
The Maestrazgo is a natural region that today consists of 55 towns of the provinces of Castellón and Teruel.





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